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Hier werden verschiedene Regelbautypen der Nordeifelbunker vorgestellt.

Regelbautyp Pakgarage:

Der Bunkertyp in der Baustärke D mit 0,3 m Wandstärke zu den schwächsten Bauten. Er wurde im Pionierprogramm erbaut. Es ist ein 2,80 x 4,00 m großer Unterstellraum für die 3,7 cm Pak. Es wurden 18 Unterstellräume dieses Typs gebaut. Südlich Lammersdorf ist oberhalb der B399 noch eine Pakgarage erhalten.

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Regelbautyp C-1 MG-Schartenstand:

Der Bunkertyp ist eine Kleinstanlage mit einem 1,90 x 3,40 großen Raum dür die fünfköpfige Besatzung. Bewaffnet war der Bunker mit einem sMG hinter der Panzerscharte vom Typ 10P7. Die Wand und Deckenstärken betrugen 0,60 m. Der Bunker Nr. 34 im Fuhrtsbachtal ist ein schlecht erhaltenes Exemplar dieses Bautyps.

c1_mg_schartenstand.jpg (19477 Byte)

Regelbautyp C-4 Stand mit Sechsschartenkuppel:

Der Bunkertyp wurde im Rahmen des Pionierprogramms gebaut. Er wurde in der Baustärke C mit 0,6 m Wandstärke ausgeführt. Der Bunker war 4,65 x 6,60 m groß. Der Bunker besitzt neben dem Raum unter der Kuppel (a) noch einen zum Flur offenen Bereitschaftsraum (b) der auf 1,90 x 2,60 m Platz für fünf Betten bot. In NRW wurden nur 14 dieser Bunker errichtet. Westlich von Simmerath ist noch eines dieser Bauwerke erhalten.

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Regelbautyp D-2 Dreischartenstand für MG:

Der Bunkertyp wurde im Rahmen des Pionierprogramms gebaut. Er wurde in der Baustärke D mit 0,3 m Wandstärke ausgeführt. Die Bunker bestanden nur aus einem Raum ohne Gasschleuse. Der Bunker war 2,80 x 6,20 m groß und mit fünf Mann besetzt. In der Frontseite und den abgeknickten Seiten waren jeweils treppenförmige MG-Scharten. Die Baukosten betrugen RM 7.000,--. In NRW gab es 104 Bunker dieses Typs.

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Regelbautyp 10 Gruppenunterstand ohne angehängten Kampfraum:

Der Bunkertyp wurde im Rahmen des Limesprogramms ab 1938 gebaut. Die Anzahl der Bauten ohne angehängten Kampfraum ist nicht bekannt. Der Bunker hatte lediglich eine Wandstärke von 1,0 m. Der Bunker bestand lediglich aus dem Gruppenraum für 15 Mann, den Gasschleusen und dem Notausgang.

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Regelbautyp 10 Gruppenunterstand mit angehängtem Kampfraum:

Auch dieser Bunkertyp wurde ab 1938 im Limesprogramm verbaut. Der Bunker ist 9,80 x 11,10 m groß. Außer den beiden Gasschleusen besitzt er noch zwei weitere Räume. Den Bereitschaftsraum für 15 Mann mit 3,80 x 4,50 m (a), den angehängten Kampfraum (b) der nur durch das Sprachrohr mit dem Bereitschaftsraum verbunden war und die beiden Gasschleusen. In den Kampfraum ist eine frontale Scharte für ein l. MG und eine seitliche Scharte eingebaut. Der Bunker hat 1,50 m Wandstärke (Kampfraum nur 1,00 m). Insgesamt wurden im Westwallbereich 3471 dieser Bunker eingebaut. In der Nordeifel sind noch die Buhlertbunker 131 und 132 von diesem Typ und gut erhalten.

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Regelbautyp 10a Gruppenunterstand ohne angehängten Kampfraum:

Bunkertyp aus dem Limesprogramm ab 1938. Der 10,80 x 7,60 m große Bunker hat zwei Bereitschafträume (a, b) von je 3,20 x 3,50 m und war für 14 Mann Besatzung ausgelegt. Auf dem Burgberg in Hürtgenwald-Bergstein ist ein Bunker dieses Typs erhalten geblieben. Er wird heute von Fledermäusen bewohnt.

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Regelbautyp 10a Gruppenunterstand mit angehängtem Kampfraum:

7,60 x 13,80 m großer Bunker mit angehängtem Kampfraum. Außer den beiden Entgiftungsnischen und der Gasschleuse hat der Bunker noch die beiden Bereitschaftsräume (a, b) mit je sieben Betten und den Kampfraum (c) mit je einer frontal und flankierend wirkenden Maulscharte mit Betonsockel für den Einsatz von zwei l. MGs.

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Regelbautyp 11 Doppelgruppenunterstand mit angehängtem Kampfraum:

Der 8,80 x 16,10 m große Bunker mit angehängtem Kampfraum entstammt dem Limesprogramm ab 1938. Außer den beiden Gasschleusen besitzt er noch vier weitere Räume; Bereitschafträume (a, b) mit 12 und 15 Betten jeweils 2,70 x 4,80 m, in den Hof vorgezogene Flankierungsanlage (c) und  MG-Kampfraum 2,00 x 2,70 m (d). Durch eine senkrecht in den Kampfraum hineinragende Mauer wird der Raum in zwei ungleiche Teile geteilt. Ingesamt wurden 1338 Bunker dieses Typs gebaut. In der Nordeifel ist der Buhlertbunker 139/140 von diesem Typ und noch gut erhalten.

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Regelbautyp 20 PAK-Schartenstand:

Der 9,60 x 12,43 m große Bunker mit trichterförmigen Hofbereich, entstammt dem Limesprogramm ab 1938. Außer der Gasschleuse besitzt er noch vier weiter Räume. Den Bereitschaftsraum mit sechs Betten (a), den Flur mit Flankierungsanlage (b), den PAK-Kampfraum (c) und den Munitionsraum (d) mit zwei je 2 m breiten Öffnungen zum Einfahrem der PAK. Insgesamt wurden 591 Bunker dieses Typs im Westwall gebaut. Der Bunker P1 am Peterberg entspricht diesem Typ. Ab September 1944 wurde ein Teil der Regelbau 20 Bunker für den Einsatz der 7,5 cm PAK 40 umgebaut.

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Regelbautyp 23 MG-Schartenstand:

Der 6,80 x 10,20 m große Bunker mit einer Aussparung im Hofbereich entstammt dem Limesprogramm ab 1938. Außer der Gasschleuse besitzt er noch einen Raum von 8,40 m Länge, der im Bereich des Bereitschaftsraums eine Größe von 2,70 x 3,80 m hat und mit fünf Betten ausgestattet ist. Insgesamt wurden 458 Bunker dieses Typs im Westwall gebaut. Heute ist der Bunker 135 auf dem Buhlert der letzte erhaltene Kampfbunker auf dem Buhlert.

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Regelbautyp 26 Doppel-MG-Schartenstand:

8,80 x 9,55 m großer Bunker mit einem schräg nach außen über die Frontmauer vorspringenden MG-Kampfraum. Außer der Gasschleuse besitzt er noch drei weitere Räume. Die MG-Kampfräume (a, b) und den Bereitschaftsraum mit neun Betten (c). Im Gebiet von Nordrhein-Westfalen wurden 30 Bunker dieses Typs gebaut. In der Nordeifel ist der Bunker 105 im Bereich Ochsenkopf-Peterberg von diesem Typ.

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Regelbautyp 31 Regimentsgefechtsstand:

7,40 x 19,85 m großer Bunker. Außer den beiden Entgiftungsnischen und der Gasschleuse besitzt der Bunker fünf weitere Räume. Der Raum für den Kommandanten und Adjutanten (a), den Offiziersraum (b), das Geschäftszimmer bzw. Schreibstube (c), den Melderraum (d) und den Fernsprechraum (e). In dem Bunker konnten bettenmäßig 32 Mann untergebracht werden. In NRW gab es 31 dieser Bunker. In der Nordeifel liegt ein gesprengter Bunker dieses Typs am Burgberg in Hürtgenwald-Bergstein.

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Regelbautyp 32 Sanitätsunterstand:

In NRW gab es neun dieser 10,20 x 14,90 m großen Bunker. Die Bunker waren mit acht Räumen, außer Entgiftungsnische und Gasschleuse ausgestattet. Konzipiert waren diese Bunker für die Unterbringung bzw. Versorgung von 20 bis 30 Verwundeten und vier Mann Sanitätspersonal. Der Raum für Gaskranke (a) fasste 10-15 Betten, der zweite Krankenraum (d) fasste ebenfals 10-15 Betten. Dazwischen lagen (b) der Raum für zwei Sanitäter und (c) der Lüfterraum. Der Raum für zwei Sanitätsoffiziere (e) lag direkt neben dem Verbandsraum (g). In der Nordeifel liegt in Süssendell im Gressenicher Wald ein gesprengter Sanitätsunterstand, in Simonskall ein liebevoll restaurierter und vollständig erhaltener Regelbau 32. 

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Regelbautyp 96 Stand mit Sechsschartenkuppel:

Dieser 8,70 x 11,90 m große Bunker wurde nur 17 mal und ausschließlich in Waldstellungen südlich Aachen gebaut. Außer Entgiftungsnische und Gasschleude gab es noch den Raum unter der Panzerkuppel (a) und den Bereitschaftsraum (b) mit neun Betten. Die Panzerkuppel hatte nur eine Panzerung von 50 mm und war ursprünglich für Scheinanlagen vorgesehen. In Lammersdorf existiert noch ein stark beschädigter Bunker dieses Typs. Die Panzerkuppel fehlt. 

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Regelbautyp 102d Doppelgruppenunterstand:

Der Bunker wurde im Rahmen des Aachen-Saarprogramms in der Ausbaustärke B-neu mit 2,00 m Wandstärke gebaut. Der Bunker hat eine Größe von 10,60 x 16,90 m. Außer den beiden Entgiftungsnischen und der Gasschleuse gab es fünf weitere Räume und einen Flur. Der Beobachtungsraum (a) mit 1,00 x 2,50 m, der Vorratsraum (b) mit 1,20 x 2,50 m, die Bereitschaftsräume (c) 4,55 x 4,70 m mit zwölf Betten und (d) 4,25 x 4,70 m mit 15 Betten sowie den Munitionsraum (e) mit 1,15 x 2,80 m. Im gesamten Westwallgebiet gab es 586 Bunker des Bautyps 102, davon 107 in der Vorstellung Aachen.

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Regelbautyp 105 MG-Kasematte Sonderausführung:

Der Bunker wurde speziell für die Vorderhangstellungen im Eifelabschnitt entwickelt. Im Vergleich zur Regelkonstruktion waren hier einzelne Räume ausgetauscht. Ein 10 m langer Gang führt zum Ausgang. Die MG-Kasematte 41 im Bereich Dreilägerbach entspricht diesem Bau. Sie ist gesprengt, aber teilweise erhalten. Das Bauwerk liegt im Bereich einer wasserführenden Rinne, was eine aufwendige Entwässerungseinrichtung aus betoniertem Auffangschacht und Betonröhre erfordert. Die Besatzung lag bei sechs Mann.

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Regelbautyp 107a Doppel-MG-Kasematte:

Der 12,90 x 13,60 m große Bunker mit zwei Kampfräumen. Der Bunker wurde im Rahmen des Aachen-Saarprogramms mit 2,00 m Wandstärke gebaut. Die beiden Kampfräume konnten je nach dem geforderten Wirkungsbereich der Waffen ohne konstruktive Änderungen bis 90° in die gewünschte Richtung gedreht werden. Außer Entgiftungsnische und Gasschleuse besitzt er noch weitere sieben Räume: Kampfräume mit 2,20 x 3,10 m (a, c), Beobachtungsraum (1,20 x 2,30 m) (b), Munitionsraum (1,10 x 2,10 m) (d), Bereitschaftsraum mit zwölf Betten (2,10 x 7,70 m) (e), Vorratsraum (1,10 x 2,70 m) (f), Flankierungsanlage (1,43 x 1,80 m) (g) und einen 9,60 m langen Flur. 79 dieser Bunker wurden in der Vorstellung Aachen errichtet, davon 10 im Fuhrtsbachtal. Dort sind heute alle gesprengt, aber teilweise erhalten und begehbar.

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Regelbautyp 108b MG-Schartenstand mit MG-Kasematte:

Der 12,90 x 13,60 m große Bunker mit zwei Kampfräumen. Der Bunker ist baugleich mit dem Typ 107, nur ist hier ein Kampfraum für den frontalen Einsatz eines sMG in Feindrichtung gedreht. Die beiden Kampfräume konnten je nach dem geforderten Wirkungsbereich der Waffen ohne konstruktive Änderungen bis 90° in die gewünschte Richtung gedreht werden. Der Flur ist im Vergleich zum Typ 107 auf 7,30 m verkürzt. 19 dieser Bunker wurden in der Vorstellung Aachen errichtet.

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Regelbautyp 130a Pak-Unterstellraum:

Ein 9,10 x 15,70 m großer Bunker der zum Unterstellen einer Pak angelegt und für 6 Mann Besatzung ausgelegt war. Der Hauptraum war der 2,00 x 6,50 m große Pak-Unterstellraum (c). Daneben gab es weitere fünf Räume. Bereitschaftsraum (b), Beobachtungsraum (a), Vorratsraum (d), Flankierungsanlage (e) und den Munitionsraum (f). Insgesamt wurde 99 dieser Bunker gebaut, davon  67 in der Vorstellung Aachen.

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Betonverstärkungen für feldmäßige MG-Stellungen:

Nach der Besetzung des Westwalls im Herbst 1939, erkannt man, dass mit den vorhandenen Bunkern keine durchgehende Feuerzone erreicht werden konnte. So wurde die Bunkerlinie mit feldmäßigen MG-Stellungen verstärkt. Um die Schützen vor Infanteriewaffen und Splittern zu schützen, verstärkte man den frontseitgen Bereich und die Flnken mit einem leichten Betonschutz. Die beiden Bautypen unterscheiden sich dadurch, dass es Typen mit und ohne Sehschlitz in der treppenförmigen Mauerscharte gab. Zahlreiche dieser MG-Schilde sind im Abschnitt Fuhrtsbachtal und vor allem Wahlerscheid erhalten.

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Betonhöckerhindernis 1939:

Ab dem Baujahr 1939 wurden die bisherigen vierzügigen Betonhindernisse deutlich verstärkt. Das nun fünfzügige Hindernis hatte ein BReite von 13,45 m und bestand aus drei parallel verlaufenden Fundamenten, die durch Querfundamente verbunden waren. Auf diesen Fundamenten waren die Höcker aufgesetzt. Der höchste Höcker war 1,50 m hoch. Die Höckerlinie, die die Amerikaner "Dragon Teeth" (Drachenzähne) nannten, sollte Panzer bis 36 t aufhalten. Im Westwall wurde etwa 76 km dieser Panzersperren angelegt. Schön erhaltene Teile befinden sich westlich Simmerath und östlich Lammersdorf.

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Quelle und Copyright: Der Westwall zwischen Niederrhein und Schnee-Eifel, Manfred Groß, Rheinland-Verlag,  Rheinisches Landesmuseum Bonn 1982